Grundzüge einer politischen Autopoietik

1. Wir denken den Menschen als raumschaffendes Wesen.
2. Die Form eines Raumes wird bestimmt nach einer Idee des Schönen.
In der Formgebung sind Raumschaffende autonom, denn das Schöne ist für jeden Menschen ein Anderes.
3. Immer sind die Außenwände des Eigenraumes die Innenwände des anderen Raumes. So sind die Wände des Eigenraumes oft gleichzeitig die Wände des Raumes anderer, wir leben Raum an Raum. Dann hat die Gestaltung der Trennschicht des Eigenraumes eine kinetische Auswirkung auf die gemeinsame Wand mit Anderem. Dies führt folglich zu einer Formierung der Räume anderer.
4. Der Austausch mit dem Anderen geschieht autonom. Jeder Raum entscheidet selbst über den Austausch mit dem Raum, der er nicht selber ist: Räume entscheiden autonom über Ein- und Auslass.
5. Wir schaffen flüssige Räume: Die Membran, die Wände der Räume, sind nicht orthogonal zu denken, sondern als Trennschicht flüssiger Räume.
6. Die Erde als Ganzes stellt die Gesamtheit des allen Menschen zuhandenen Raumes dar.
7. Die Größe des Raumes, den ein Mensch für sich beansprucht, entweder alleine für sich oder durch die Schaffung eines gemeinsamen Binnen-Raumes zusammen mit anderen, wird dreifach begrenzt:
7.1. Der Eigenraum darf nicht den Raum anderer Menschen okkupieren, absorbieren. Bei der Gestaltung einer möglichen, gemeinsamen Trennschicht ist darauf zu achten, zusammen eine Form zu finden, die jeweils als schön empfunden wird.
7.2. Jeder Raum darf nur so groß sein, dass die Gesamtheit aller menschlichen Räume nicht das Überleben der Menschheit auf der Erde gefährdet.
7.3. Die Größe von gemeinsam gebildeten Räumen unterliegt einem menschlichen Maß. Das menschliche Maß scheint ab etwa 3000 Menschen verloren zu gehen.
8. Durchlässe können Räume verbinden.
9. Jeder Mensch hat das Recht auf die gleiche Raumgröße.

Ein erstes konkretes Ziel der hier skizzierten politischen Autopoietik ist die Schaffung von Ästhetischen Innenräumen, die eine hinreichende Größe haben, um ein Anderes erfahrbar zu machen. Diese Erfahrung schafft eine Differenz zum uns bekannten, überdrüssigen Hyperraum.

(Lars Lange / Version 07.06.2016)

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