M03

[Mittwoch, 06. November, 2013]

Bernd Schmitz: Braucht es eine zweite Bauernbefreiung?
Über die Zukunft der Landwirtschaft

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Im 18. und 19. Jahrhundert wurden die Bauern aus der Leibeigenschaft und von Frondiensten befreit, es waren Millionen damals.
Heute gibt es immer weniger ‚freie’ Bauern, es sind nur noch 2% in der Bevölkerung und jährlich schließen weitere 5% der Betriebe ihre Tore. Die verbliebenen Landwirte sind immer stärker kapitalisiert, um im von der EU geförderten industriellen Maßstab produzieren zu können. Die Leibeigenschaft ist einer Zinsknechtschaft gewichen, könnte man sagen. Bauern wird heut nicht mehr gestattet, ihr angebautes Saatgut frei auf ihre Felder auszubringen, Züchter wie Monsanto streichen sich hohe Lizenzgebühren ein und  zwingen die Bauern mangels Alternativen zunehmend zu patentiertem Saatgut.
Doch immer mehr Menschen sind nicht mehr bereit, den Anbau ihrer Lebensmittel, den Grundbaustein des Lebens, einem gierigen Agrarindustriezweig zu überlassen.
Eine zweite Bauernbefreiung könnte entstehen – nicht von den Bauern selbst initiiert, sondern von besorgten Menschen um sie herum.
In ganz Deutschland sprießen neue Formen der kooperativen Landwirtschaft aus dem Boden. Während „Urban Gardening“ eine kleine, aber sehr wichtige Form für gartenlose Städter bleibt, entwickeln sich solidarische Landwirtschaftskonzepte zu einer echten Versorgungsalternative. Aus den USA kommt der Trend der CSA, der „Community Supported Argiculture“. Die Grundidee: eine Gruppe von Menschen verbindet sich mit einem Bauernhof und macht ihn komplett unabhängig vom Markt – getreu dem Motto „Märkte durch Gemeinschaften ersetzen“. Die Gemeinschaft trägt alle Kosten der Produktion und wird dafür mit der Ernte versorgt, egal ob Pflanzen oder Tierisches, wie Milch, Fleisch etc. Es wird geteilt; die Ernte und auch die Misserfolge.
Solawi oder CSA ist nur eine gute neue Idee, wie Menschen sich den Anbau von Nahrungsmitteln wieder aneignen.
Bauer Bernd Schmitz aus Hanf im Rhein-Sieg Kreis wird alternative Szenarien zu heutigen Entwicklung hin zu Agrarfabriken vorstellen. Er ist Landesvorsitzender der AbL, der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, in der sich Bäuerinnen und Bauern aus allen landwirtschaftlichen Richtungen finden, die sich für eine bäuerliche Struktur stark machen.

20:00 Uhr

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Filmplakat

„Unser gemeinsamer Widerstand“
Filmvorführung mit anschließender Diskussion

Der Film zeigt auf eindrucksvolle und besonders spannende Weise den jahrzehntelangen Kampf gegen die Atomenergie in Deutschland. Zigtausend Akteure sind bei ihren Aktionen an Bauzäunen und Bahntrassen zu sehen – von den 70er Jahren bis heute. Bilder von Kundgebungen, Sabotageakten, Protesten sowie von jeder nur erdenklichen Form des Widerstandes und der politischen Auseinandersetzung der größten außerparlamentarischen Bewegung in der Bundesrepublik wechseln sich in rasanter Folge ab.


Der Film ist darum bemüht, einen kleinen Beitrag zur Veränderung der herrschenden Unordnung zu leisten. „Allein schon die hohen Betonfüße von Strommasten, deren Bedeutung mit dem Widerstand die wenigsten kennen, zeigt, wie wichtig der Film ist, damit diese Infos nicht in der Geschichte vergraben werden. Eine unserer Absichten ist uns mit dem Film sicher gelungen: Nach dem Film haben die Menschen das Bedürfnis über die Dinge, die sie – angeregt durch den Film – bewegen, zu diskutieren. Es fanden bisher sehr ernsthafte tief bewegende Gespräche statt. Auffallend ist, dass er auch besonders jüngere Menschen anspricht“.

20:00 Uhr

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Braunkohlekraftwerke im Rheinland
„EYES ON KILLING THE CLIMATE“
Fotoausstellung von Danijel Sivinjski

Eine einzigartige Fotoausstellung über sehr mutige Menschen die beschlossen haben, ihr Leben aufs Spiel zu setzen und gegen den Klimakiller Nummer eins in Europa – die Braunkohle – zu kämpfen. Info: Website des Fotographen

Die Ausstellung wird nur einen Tag gezeigt!
19:00- 24:00 Uhr

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Konzert
Gongkonzert mit Monochord
von Michael Reinker
Bitte Decken mitbringen zum Hinlegen
22:00 Uhr, Ausstellungshalle

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Gruppenausstellung
Kolb-Kronicles“ von Lost Properties (Künstler aus D, GB, FRA)
Tomo
Delphine
Spark
Even
Kapilo
Guido
Ausstellungshalle

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Ausstellung
Bocanegra
(ARG)
Skulpturen

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Philosophie
Der einfältige Mensch in seiner Welt und Gesellschaft.

(Fortsetzung II.)

Die Aufgabe dieser nächtlichen Vortragsreihe ist nachzuweisen, dass die Ablehnung des Metaphysischen – das Postmetaphysische, die das unbefragte Selbstverständnis unserer Zeit bildet, eine Denkweise und einen Menschentypus, der in ihr lebt, geschaffen hat, dem die übrigen Dimensionen, die über das Vorliegende hinausführen, abhandengekommen sind, der deswegen mit Recht der Einfältige genannt werden kann.
Wenn die Metaphysik jedoch keine sachbezogene Lehre ist, sondern eine methodische Denksuche nach den ersten Prinzipien, Elementen und Ursachen, eine Methode des philosophischen Denkens überhaupt, das Quelle und Wesen der abendländischen Kultur bildet, dann erweist sich ihre Ablehnung als Verzicht auf die bewusste Ausübung eigener Kultur und auf das Denken überhaupt.
Mit Marek Zmiejewski
22:00 Uhr, Caféwagen in der Großen Halle
Nur wenig verfügbare Plätze vorhanden, bitte rechtzeitig kommen

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Konzert
Leezah
Singer/Songwirter
22:00 Uhr Backhaus

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Café im Caféwagen
Speiseplan (alles vegan & bio)
– Lauchtarte
– nusslinsige Zucchinitarte
– Rheinischer Kartoffelsalat „Brigitte“
– Nussecken
– Russischer Zupfkuchen

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