M12

Sa, 13.06.15:
17:00 Ausstellungshalle

Das Unsichtbare Komitee: An unsere Freunde.
Vorgestellt von Hans-Christian Dany

Die Aufstände sind gekommen – das Unsichtbare Komitee ist zurück, mit
einem Bericht über eine Welt in Bewegung und einer Anleitung zur Revolution.
Hans Christian Dany . Er wird das Buch vom `Unsichtbares Komitee´ »An unsere Freunde« vorstellen, präsentieren, darüber philosophieren! Das Besondere an dem Nachmittag ist, dass das `Unsichtbares Komitee´ unsichtbar bleibt.
Hans-Christian Dany schreibt selbst zu seiner Präsentation von »An unsere Freunde«: »Die Position aus der ich über das Buch sprechen werde wird sicher die eines Verbündeten sein, aber ich habe auch viele Fragezeichen und komme letztlich aus einer anderen Haltung, was sich sicherlich deutlich im Sprechen über das Buch niederschlagen wird.«
»An unsere Freunde« ist ein Bericht über den Zustand der Welt und der Bewegung, ein wesentlich strategischer und offen parteiischer Text. Sein politischer Ehrgeiz ist maßlos: Er will eine von unserer gesamten Epoche geteilte Verständlichkeit schaffen, trotz der gegenwärtigen äußersten Verwirrung.
Der kommende Aufstand entfachte eine breite und kontroverse internationale Debatte. Seitdem haben die Mitglieder und Freunde des `Unsichtbaren Komitees` weiter gekämpft, sich organisiert, sind in alle Ecken der Welt gereist – dorthin, wo sie Feuer fing – und haben mit Freunden aus vielen Ländern diskutiert: in Tunesien, Griechenland, der Türkei, Syrien, Quebec, Brasilien, Schweden, Israel, England, in Deutschland usw. »An unsere Freunde« ist unmittelbar aus dieser Bewegung heraus geschrieben. Die Worte kommen aus dem Herzen der Unruhen und richten sich an jene, die noch stark genug an das Leben glauben, um zu kämpfen.

Zu den Autoren des Buches: Nach der Sabotage an einer Eisenbahnstrecke, auf der im November 2008 ein Castortransport mit radioaktivem Material geplant war, wurde die erste Publikation des Unsichtbaren Komitees, »Der kommende Aufstand«, von der französischen Regierung als ein »Handbuch des Terrorismus« beschlagnahmt und war der Vorwand für die skandalöse, z. T. monatelange Inhaftierung von neun Menschen aus dem Dorf Tarnac. Die Polizei in Frankreich hat im Zuge der »Terrorismusbekämpfung« viele Spekulationen angestellt, wer zum Kollektiv dazugehören mag, aber die Identität der Autoren wurde nie bekannt.

Unser Vortragender Hans-Christian Dany, geboren 1966, lebt als Künstler in Hamburg schon lange im Urlaub von dem, was er tun soll.
Es ist eine ununterbrochene Wanderung, dann wieder eine Flucht, zwischen den Wirklichkeiten einer verkehrten Gegenwart, in der er nicht bleiben will. Wie viele, die nicht wissen, wohin mit sich, schreibt er. Manchmal werden daraus Bücher. In der Edition Nautilus erschienen zuletzt »Speed. Eine Gesellschaft auf Droge« (2008, NA 2012) und »Morgen werde ich Idiot. Kybernetik und Kontrollgesellschaft« (2013).
19:00 Ausstellungshalle:

Jörg Bergstedt: Die Beherrschung verlieren. Anarchie in Theorie und Praxis

jörgYTBAnarchie scheint wieder anschlussfähig zu sein. Sie ist nicht mehr nur Schimpfwort, wenn zentrale Steuerung fehlt (Krieg, religiöser Fanatismus, wilde Müllhalden, die doitsche Fußballmannschaft 2006 und noch absurdere Beispiele), sondern inzwischen auch Werbebotschaft. Anarchie ist „chic“. Kids rennen mit entsprechenden T-Shirts herum, Musik und Literatur sind von utopischen Anspielungen durchzogen, selbst konservative Medien oder Talkmaster nehmen das A-Wort mit einem sympathisierenden Unterton in den Mund – auch wenn immer klar bleibt, dass alles in der Wirklichkeit scheitern muss. Was ist das, was wahlweise als wüstes Schimpfwort, als unerfüllter Traum oder als Werbefigur taugt? In sechs kleinen Vorlesungen und zwei Seminaren will der für seine Theoriewerke zur Herrschaftsfreiheit und für seine radikale politische Praxis bekannte Autor und Aktivist Jörg Bergstedt diese Frage beantworten.

Phase 1: Theorie der Herrschaftsausübung und Herrschaftsfreiheit

Wie kann eine herrschaftsfreie Welt aussehen? Diese Frage beschäftigt Philosoph_innen, manch zukunftsorientierten Politiker_in oder Aktivist_in, Roman- und Sachbuchschreiberlinge. Doch ein kritischer Blick zeigt meist: Zukunftsdebatten sind eher ein Abklatsch heutiger Bedingungen mit netteren Menschen in der Führung. Die Idee von „Freie Menschen in freien Vereinbarungen“ ist radikal anders und soll die ersten drei Abende füllen. Mit scharfem, analytischen Blick werden die Bedingungen seziert, unter denen Herrschaft entsteht, wie sie wirkt und was sich wie ändern muss, damit sich Menschen aus ihrem Streben nach einem besseren Leben (Eigennutz) nicht nur selbst entfalten, sondern genau dafür die Selbstentfaltung aller Anderen brauchen und deshalb mit herbeiführen. Konkurrenz würde dann der Kooperation, das Verharren im Normalen dem Wunsch nach Entwicklung weichen.

1. Abend am Samstag, 13. Juni, um 19.30 Uhr

Herrschaft – ein Blick in die Finsternis sozialer Beziehungen
In welchen Formen tritt Herrschaft auf, wie wirkt sie und was folgt daraus? Der Autor des im Frühjahr 2012 erschienenen Buches „Freie Menschen in freien Vereinbarungen“ stellt nach einer Definition von Herrschaft die Frage nach den Formen, in denen Herrschaft auftritt. Das ist mehr als all das, was täglich schnell als Machtübung sichtbar wird: Paragraphen, Gitter, Zäune, Knüppel, Waffen, Schilder. Sondern es sind auch die Werte und Wahrheiten, Privilegien und Bevormundungen, die sich ins Denken und in zwischenmenschliche Beziehungen einschleichen. Ein Abend der Enthüllung all dessen, was uns prägt und steuert – unabdingbare Voraussetzung, die Beherrschung zu verlieren.

 

20:00 Große Halle

LICHT-DIRIGAT
Ein Projekt von Mary-Noele Dupuis (Dirigat/Stimme/Text)

 

Das „An/Aus“ der Lampe ist das einzige Prinzip des LICHTDIRIGATS.
Hier und jetzt!
Eine Poesie des Aufstands.

 

 21:00 Ausstellungshalle

Roman Marx: Asyl (Lesung)

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Der Verstand setzt ein, nachdem wir auf senden drücken.
Ausdrücke werden ausgedruckt. Laser auf leder.
Weder ehrlich zu sich, noch eingehen auf dich.
Dicht vor des Dichters Werken, macht man sich dicht um nichts zu merken.
Verantwortung vor mir aber näher liegt der hafen.
Näher zu vergessen als mich selbst zu bestrafen.
Ablegen und anlegen. Feuer. Legen. Laden. Lügen.
An der Mauer hinter mir klebt blut. Es duftet nach rosen.
Wie weit ist es noch weg?
Ganz nah, rückt die ferne.
In Zeiten wie diesen die uns zerreißen
Ist’s wichtig das leben als schön zu begreifen.
Optimismus als antwort..

21:30 Backhaus

Anderland

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„Independent Bar Music“ heißt das selbsterfundene Genre des Quartetts ANDERLAND aus Mönchngladbach und Köln. Wer sich nichts darunter vorstellen kann, sollte sich die eigenen Songs auf halbakustischem Set einfach anhören. Es lohnt sich.

 

 

Oliver Jansen: Guitar / Vocals
Asmus Ring: Piano / Vocals
Daniel Reynders: Drums / Vocals
René Blum: Bass / Vocals

http://ander-land.bandcamp.com/album/the-ballad-of-reading-gaol

22:00 Caféwagen:

Das philosophische Nachtgespräch
mit Marek Zmiejewski

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWarum fürchten wir uns vor Philosophie? – weil wir nicht wider unser Wissen, sondern wider unser Nichtwissen reden.
„Und so reden wir … im Verkehre und belügen … den Nachbar“ (Nietzsche)
(Nur 9 Plätze)

 

 

22:00 Zwischenraum:

Afro Brothers (Konzert)