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Sa, 17.10.15:
17:30 Ausstellungshalle

Oliver Stengel: Suffizienz im Anthropozän

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Gegenwärtig diskutieren Geologen, ob es angemessen ist, der Erdgeschichte eine neue Epoche – das Anthropozän – hinzuzufügen. Die Menschheit hat den Planeten an der Erdoberfläche, in der Atmsophäre und den Ozeanen so grundlegend umgestaltet, dass ihr Einfluss noch in ferner Zukunft nachweisbar sein wird. Wegen dieser anthropogene Umgestaltung wird der sog. „safe operating space for humanity“ schmaler. Das weitere Wachstum von Weltwirtschaft und -bevölkerung scheinen diesen Trend zu forcieren. Welchen Beitrag kann die Suffizienzstrategie für eine nachhaltige Entwicklung leisten?

19:30 Ausstellungshalle:

Kartäuserwall 14: Zwangsräumung, Besetzung, erneute Räumung, Abrissstopp und nun…?

k14

Die Besetzung des Kartäuserwall 14 begann als Protest gegen die Zwangsräumung von Familie Montag und die weitere neo-liberale Verwertung der Südstadt durch Zerstörung von günstigem Wohnraum, geplant durch eine Immobilienfirma. Nach vier Wochen ist daraus mehr geworden. Die Besetzung wirft die Frage auf, wie wir leben wollen, wie wir alle (!), die wir in Köln leben oder hier ankommen, die Stadt als unseren Lebensraum gestalten wollen, so, dass es uns gut geht. Es ist ein Versuch, die Stadt ein Stück weit gemeinsam von unten zu organisieren, ohne undurchsichtige Stadtverwaltung, eine demokratische Schein-Teilhabe, Gerichte und verworrene Firmenstrukturen, die versuchen, uns der Sprache und Handlungsmöglichkeiten zu entziehen.
Privateigentum ist kein Freifahrtschein. Die Besetzung des Kartäuserwall 14 war eine Möglichkeit, direkt zu Handeln, uns unseren Lebensraum teilweise wieder anzueignen, nicht einzeln alles hinzunehmen sondern gemeinschaftliche Sache zu machen.
Weitere Infos:
Web: https://kart14.noblogs.org
FB: kartäuserwall-14
Twitter: @wohnenfueralle

 
 20:00 Ausstellungshalle:

Jörg Bergstedt: Selbstorganisierung in Alltag und Politik

jörgYTB

Zwei bis drei Jahre mit vollem Idealismus, dann ist meist die Batterie leer … politische Akteur_innen, kurz zuvor noch auf der Suche nach Alternativen zu Ausbildung, Job, Verwertung usw., passen sich den Gegebenheiten an, werden spießiger oder modern-kapitalistischer als alle, die früher ein abschreckendes Beispiel für sie waren. Politischen Gruppen und Einrichtungen geht es oft noch schlimmer: Der scheinbare Zwang zu finanziellen oder formalen Absicherungen, der unreflektierte Hang zu Verregelungen der Zusammenarbeit sowie der Druck der äußeren Verhältnisse führen meist sehr schnell zu Anpassung und Abhängigkeit von Zuschüssen, öffentlichen Räumen, Medien usw.
An diesem Abend sollen Alternativen aufgezeigt werden. Es geht um ein Leben jenseits der ständigen ökonomischen Unterwerfung, um ein Organisieren statt Finanzieren, um Autonomie und Kooperation statt Abhängigkeit, offene Räume statt Hausrecht, eigene Medien, die Eigentumsfrage, gemeinsam genutzte Infrastruktur und vieles mehr.

http://www.projektwerkstatt.de/

 21:00 Zwischenraum

Müslüm Baba & Friends (Konzert)

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Müslüm Baba, ein Elektro-Saz-Derwisch aus Anatolien  (Adana).
Seit 40 Jahren spielt er die Elektro-Saz gefühlvoll und mit Leidenschaft.
Freie Improvisationen mit Gast-MusikerInnen – Türkische Musik vom Feinsten!

22:00 Backhaus

Offene Lesebühne

Dein Text.
Deine Bühne.
Ohne Voranmeldung.

Mit Roman Marx und Peter Sorry.

22:00 Ausstellungshalle

Mietrebellen – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt

MIETREBELLEN

Berlin. In lange den letzten Jahren hat sich die Hauptstadt rasant verändert. Wohnungen, die lange als unattraktiv galten, werden von Anlegern als sichere Geldanlagen genutzt. Massenhafte Umwandlungen in Eigentumswohnungen und Mietsteigerungen in bisher unbekanntem Ausmaß werden alltäglich. Die sichtbaren Mieterproteste in Berlin sind eine Reaktion auf die zunehmend mangelhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum.
Der Film ist ein Kaleidoskop der Mieterkämpfe in Berlin gegen die Verdrängung aus den nachbarschaftlichen Lebenszusammenhängen. Eine Besetzung des Berliner Rathauses, das Camp am Kottbusser Tor, der organisierte Widerstand gegen Zwangsräumungen und der Kampf von Rentnern um ihre altersgerechten Wohnungen und eine Freizeitstätte symbolisieren den neuen Aufbruch der urbanen Protestbewegung.
Ein Dokumentarfilm von Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers
D 2014 | 78 min. | Deutsch und OmeU
http://mietrebellen.de/

23:00 Historischer Caféwagen:

Das philosophische Nachtgespräch
mit Marek Zmiejewski

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Einblick in die Geheimnisse der Geschichte
Mit Verschwörungstheorien, mit Berichten über Geheimbünde, mit irrationalen Voraussagen der apokalyptischen Visionen versucht man die Geheimnisse der Geschichte zu lüften, statt sie zu verstehen. Viele von ihnen liegen doch in der menschlichen Natur, die eigene Gesetzlichkeit in das Naturgeschehen einbringt, unter anderem – „geheimer Betrug der Sinnlichkeit“, durch Fichte wie folgt formuliert:
„,Was dich elend macht, kann nie recht sein:‘ meinst du…. Was sie (die Herrscher) glücklich macht, könne nie unrecht sein: meinen sie.“
Vortrag von und Gespräch mit Marek Zmiejewski.

23:00 Zwischenraum:

Kolb Afro Ensemble

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Seit Jahren spielt eine große Community pan-afrikanischer Musiker zusammen mit internationalen Gästen in der Kolbhalle. Herausgekommen ist ein einzigartiger Sound, der sich zwischen traditioneller afrikanischer Musik, Dancehall, Dub und Reggae bewegt.


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